Grüner Gockel

GrünerGockelDie Kirchengemeinde St. Michael hat 2010 beschlossen, den Grünen Gockel einzuführen.

Das ist nicht etwa ein wunderliches Tier, sondern so nennt sich ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden der evangelischen Landeskirche. Das heißt: Wir wollen ein Auge auf alles das haben, was im Leben einer Kirchengemeinde mit Umwelt und Schöpfung zu tun hat. Z.B. Stromverbrauch - was kann man sinnvoll einsparen? Wasser - tropfen irgendwo Wasserhähne? Heizung - wie lässt sich angenehme Wärme in der Kirche und den Gemeinderäumen erreichen - mit möglichst wenig Heizenergie? u.v.m.

Die Auftaktveranstaltung für den "Grünen Gockel"  fand am 27.06.2010 im Rahmen des alljährlichen Gemeindetages bei strahlendem Sonnenschein in den Gaden rund um die Kirche statt.

Mit Beiträgen zu dem Thema „Du hast uns deine Welt geschenkt“, das in großen Lettern über der Bühne stand, wurde deutlich gemacht, warum diese Welt so schützenswert ist. Eine dazu passende Ausstellung von Naturbildern aus Gochsheim (Bilder des Bund Naturschutz  fotografiert von Marion Braun) und Mosaikarbeiten der Hauptschule in der Kirche unterstrich außerdem die Schönheit der Schöpfung.

Höhepunkt der Veranstaltung war ein grüner Gockel (Sigi Königer), der durch die Zuschauer auf die Bühne „flatterte“. Er erklärte den Kindern, dass er nach Gochsheim gekommen sei, weil die Kinder das Schöpfungslied gesungen haben und sie ihn damit angelockt hätten. Der grüne Gockel erklärte den Kindern, dass er der Wächter der Natur sei und aufpasse, dass alles so schön grün bleibt, wie in dem Schöpfungslied. „Deshalb bin ich auch so grün und wenn ihr mir in Gochsheim ein Nest baut, bleibe ich auch da“ sagte der Gockel unter ständigem Krähen. Da die Kinder das wollten, machten sie Vorschläge, wie sie helfen können, die Natur zu schützen. Die Vorschläge waren auf Papierstreifen geschrieben. Daraus wurde dann symbolisch ein Nest gebaut.

Der Grüne Gockel will in einem Jahr wieder kommen und wenn die Kinder bis dahin die Vorschläge umgesetzt haben, will er bleiben.

Als Dankeschön erhielten die Kinder danach alle einen gebackenen Gockel.

Die Umweltbeauftragte der Kirchengemeinde Gochsheim, Emmi Sengfelder, leitete anschließend zur erwachsenengerechten Vorstellung des Umweltmanagementsystems über. Sie betonte, dass der Kirchenvorstand in Gochsheim einstimmig beschlossen habe, die Empfehlung der Landessynode umzusetzen und den Grünen Gockel einzuführen. Gochsheim ist damit zusammen mit Niederwerrn Vorreiter im Dekanat Schweinfurt.

Renate Käser, die Landessynodale für das Dekanat Schweinfurt berichtete, dass die Landessynode, also das bayerische Kirchenparlament, auf seiner Frühjahrstagung 2009 den „Grünen Gockel“ für die bayerische Landeskirche eingeführt hat um aktiv Klimaschutz zu betreiben. Das sonntägliche Bekenntnis zu „Gott dem Schöpfer des Himmels und der Erde, soll nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben, sondern fordert uns heraus Gottes schöne Natur zu bewahren“. Weiter sagte sie: „Umweltschutz kann Spaß machen!“  Neben „dem guten Gefühl das Richtige zu tun“ hat es manchmal unerwartet hohe Einsparungen von Geld zur Folge und natürlich positive Umweltwirkungen. Sie betonte, dass es besonders wichtig ist, nachhaltig zu wirtschaften damit die Erde auch für die Kinder, die den Grünen Gockel begrüßt und ihm ein Nest gebaut hatten, noch lebenswert ist. Und auch für deren Kinder und Kindeskinder.

Die Grüße des Umweltreferats der Landeskirche überbrachte Siegfried Fuchs, der hauptamtliche Umweltberater der evangelischen Landeskirche in Bayern. Er informierte, dass deutschlandweit bereits 500 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen den „Grünen Gockel“ (in nördlicheren Kirchen heißt er „Grüner Hahn“) praktizieren. Die Vorteile des „Grünen Gockels“ sieht Fuchs in der umfassenden und unabhängigen Bestandsaufnahme direkt durch die Kirchengemeinde. Die Stärken- und Schwächenanalyse zeigt, welche Investitionen sinnvoll und zielgerichtet getätigt werden können.  Und .. die Kirchengemeinde bestimmt selbst über die Maßnahmen.  Für Fuchs muss der Umgang mit der Schöpfung im Alltag spürbar sein. „Der Grüne Gockel ist gelebter Glaube“ .

Als Vertreter des Umweltteams erklärte  Erich Waldherr, was der Grüne Gockel unter die Lupe nimmt. Er berichtete welche Einsparungen z.B. beim Energieverbrauch, beim Wasserverbrauch oder bei der Müllvermeidung bei anderen Gemeinden erreicht werden konnten ... und das ohne bzw. mit nur geringem finanziellem Aufwand. Er endete mit der Feststellung „Ein Umweltschützer muss kein Christ sein. Ein Christ muss aber Umweltschützer sein!“ 

Abschließend stellte Emmi Sengfelder das Umweltteam vor und rief  die Zuhörer dazu auf, Ideen einzubringen und im Umweltteam mitzuarbeiten.

Das Umweltteam bilden

  • Manfred Deppert
  • Karl Günzel
  • Günter Hack
  • Sigi Königer (Schriftführerin)
  • Karl-Heinz Pfister (Auditor)
  • Emmi Sengfelder (Prozessbeauftragte)
  • Erich Waldherr (Auditor)
  • Andrea Steinruck
  • Maria Oeters
  • Erich Deppert
  • Wolfgang Stumptner

 

Das Team hat viel gearbeitet, geprüft, Ideen gesammelt, erneuert, ausgetauscht u.s.w. Nach zwei Jahren Arbeit haben wir es geschafft: Am 11. Mai 2012 wurde der Gemeinde der "Grüne Gockel" verliehen. Als 33. Kirchengemeinde in ganz Bayern haben wir die Umweltzertifizierung erhalten.

Weitere Infos und Bilder sowie die Urkunde, die wir verliehen bekommen haben finden sie in der Umwelterklärung